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Geschichtliches über das Schloss Marzoll
Marzoll kann auf eine über 3000-jährige Geschichte zurückblicken. Bevor das Schloss im 12. Jahrhunder erbaut wurde stand dort mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Römerkastell, was Mosaikfußböden und diverse andere Funde, z. B. ein römischer Marstempel, belegen.
Nur einen Steinwurf von Österreich weg liegt das zinnenbewehrte Schloss inmitten einer Parklandschaft mit uralten Baumbestand. Zum Anwesen gehört die St. Valentin-Kirche, die erstmals im 8. Jahrhundert erwähnt wird. Diese wurde 1143 eingeweiht und im 15. Jahrhundert nochmals komplett umgebaut. Sie unterstand dem Kloster St. Zeno. Die Stuckarbeiten stammen von Benedikt Zöpf und sind meisterlich ausgearbeitet. Zwei lebensgroße Statuen links und rechts am Altar stellen den Hl. Laurentius und den Hl. Ulrich dar. Das Altarbild selbst zeigt den Hl. Valentin mit Bischofsstab. Ein altes, wohl aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammendes Fresko links im Altarraum kam erst 1967 bei Renovierungsarbeiten zutage. Aus alten Zeiten stammt auch die verwitterte "gotische Leuchte" beim Sakristeieingang, die man durch Anbringung von Schrifttafeln zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Kriegerdenkmal umfunktionierte. Zur Anlage gehört auch ein alter Friedhof mit den letzten adligen Vorbesitzern.
Im Mittelalter war das Schloss Sitz zahlreicher Adelsgeschlechter und erfuhr zahlreiche Umbauten. Die vier Rundtürme erhielt das Schloss im 16. Jahrhundert, später kam im Jahre 1840 noch ein neugotischer Turm hinzu.
Die Stadt Reichenhall meldete in jüngerer Zeit Eigentumsrechte an und so zog sich ein 15 Jahre langer Rechtsstreit hin, der Anfang der 90er Jahre zugunsten Bad Reichnhalls entschieden wurde.
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